Ramadangeschichten von Kindern für Kinder – Imans erster Ramadan

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Ramadangeschichten von Kindern für Kinder - Imans erster Ramadan

Assalamu aleikum und Hallo miteinander
Liebe Geschwister im Islam & am Islam Interessierte

Im Rahmen des Wettbewerbs „Ramadangeschichten von Kindern für Kinder“ veröffentlicht Radio Uahid während dem Fastenmonat kreative und spannende Geschichten, welche Kinder zum Thema Ramadan geschrieben und uns zugeschickt haben.

Liebe Leserinnen und Leser, taucht ein in die Gedanken, die Erlebnisse und die Erfahrungen der Jüngsten unserer Ummah zum schönsten Monat im Jahr. Radio Uahid wünscht euch ein unvergessliches Lesevergnügen!

Heute lesen wir die ganz persönliche Ramadangeschichte von Iman (6), Bilal (6), Rania (3), Zakir (2) und Sara aus Kaiserslautern über Imans ersten Ramadan:

Wie jeden Abend sitzt Iman auf ihrem Bett und wartet darauf, dass ihre Mutter ihr noch eine Geschichte vorliest und mit ihr die Suren durchgeht, die sie schon gelernt hatte. Doch heute dauert es etwas länger als sonst. Es war doch schon fast 19 Uhr. Iman beschloss nachzusehen, was ihre Mutter denn solange in der Küche machte.

Iman war schon sehr ungeduldig, denn sie freut sich jeden Abend darauf, dass ihre Mutter eine neue Geschichte vorliest. Von Tieren, Piraten und Prinzessinnen, doch am allerliebsten hört Iman Geschichten über Allah und seine Propheten. Sie freut sich immer sehr, wenn sie etwas Neues über den Islam lernt. „Allah ist mein bester Freund und ich möchte ihn gut kennen“, sagt sie immer wieder und Mama hatte ihr doch versprochen, heute eine ganz besondere Geschichte vorzulesen.

„Wann kommst du denn Mama?“, fragte Iman und beobachtete erstaunt, wie ihre Mutter die letzten Kebabs (ähnlich wie Köfte, Frikadellen) formte und zusammen mit dem Gemüse in die Gefriertruhe räumen wollte.
„Sind das aber viele Kebabs, bekommen wir etwa Besuch?“, fragte Iman neugierig. „Ja“, sage ihre Mutter, „der Monat Ramadan wird uns inshaAllah schon sehr bald besuchen.“ Da freute sich Iman und half ihrer Mutter schnell dabei die restlichen Kebabs zu verstauen. Mutter bedankte sich bei Iman mit einer festen Umarmung und einem Kuss und sagte: „Das war eine gute Tat von dir.“ Iman wusste, dass Allah gute Taten liebt und war sehr zufrieden mit sich.

Endlich im Bett setzte sich Mama neben Iman und lächelte sie zufrieden an. „Ich habe dir erzählt, dass wir inshaAllah bald Besuch vom Monat Ramadan bekommen werden. Kannst du dich noch daran erinnern, was Ramadan bedeutet?“ Iman hört immer sehr aufmerksam zu, wenn Mama ihr etwas erzählt und daher wusste sie sofort, dass die Muslime im Ramadan von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang fasten und viel Quran lesen sollten und abends, wenn es schon dunkel ist, in die Moschee zum Tarawih-Gebet gehen.

„MashaAllah, du weißt ja richtig viel“, sagte Mama und fährt fort, „und dieses Jahr ist es Zeit, dass auch du am Ramadan teilnimmst.“ Iman riss erstaunt die Augen auf und sagte: „Iiiich?“ Sie wusste schon einiges über Ramadan, aber hatte noch nie daran teilgenommen.

„Ja, denn du bist ja jetzt schon ein großes Mädchen“, sagte die Mutter. Iman freute sich riesig, dass sie, auch wenn es nur ein paar Stunden sind, schon fasten durfte. Mama las ihr dann noch eine tolle Geschichte über den Ramadan vor, aus der sie lernte, dass man auch im Ramadan viele gute Taten vollbringen sollte, so wie sie es heute tat, als sie ihrer Mutter in der Küche geholfen hatte. Dann schlief sie ein …

Am nächsten Tag sagte die Mutter: „Heute wollen wir etwas für Ramadan basteln, ein Moschee-Kerzenhalter und eine Ramadan-Girlande, auch den Ramadan-Weisheiten-Kalender wollen wir aufstellen.“ Iman bastelt sehr gerne und fand die Idee natürlich toll. Nach dem Mittagessen holten sie Schere, Kleber und buntes Bastelpapier heraus und machten sich an die Arbeit. Später haben sie gemeinsam die Wohnung damit dekoriert. Schön sah es aus. Je mehr Iman sich auf den Ramadan vorbereitete, umso weniger konnte sie es abwarten. Und endlich war er da … der erste Tag im Ramadan.

„Iman … Imaan … aufstehen …“, flüsterte es. Etwas verschlafen öffnete Iman ihre Augen und sah, dass es ja noch ganz dunkel war. „Es ist Zeit für Suhur“, flüsterte Mama weiter.

Als Iman das hörte stand sie blitzschnell auf und ging mir ihrer Mutter ins Wohnzimmer, wo Papa auf sie wartete. Dort erblickte sie auf dem Esstisch kleingeschnittene Früchte, eine Schale mit Datteln, Wasser, Milch, Fladenbrot und ein Omelette. Eigentlich war Iman viel zu müde und gar nicht hungrig, dennoch aß sie eine Dattel und trank einen Schluck Milch, denn sie wusste, dass Suhur ein Segen ist.

Gemeinsam warteten sie nach dem Suhur auf den Adhan und beteten gemeinsam das Fajr-Gebet. Papa rezitierte noch eine kleine Sure aus dem Quran und dann ging Iman wieder ins Bett um noch ein paar Stunden zu schlafen. Da Iman erst 6 Jahre alt ist, gab ihr Mutter noch ein Pausenbrot und ihr Getränk mit zur Schule, denn sie sollte erst einmal klein anfangen mit dem Fasten. Nach dem Mittagessen fragte ihre Mutter neugierig: „Na, bist du jetzt bereit bis zum Abendbrot zu fasten?“

Iman nickte, fasste ihre Absicht im Herzen und startete das Fasten. Es war schon komisch, nicht mehr trinken oder naschen zu dürfen. Einmal hatte Iman fast sogar vergessen, dass sie fastete und wollte in einen Apfel beissen, doch zum Glück hatte sie sich nochmal daran erinnert und den Apfel weggelegt, auch wenn es nicht schlimm gewesen wäre, denn das Essen aus Vergesslichkeit bricht das Fasten nicht. Alhamdulillah.

Gemeinsam betete Iman mit ihrer Mutter das Mittags- und das Nachmittagsgebet, sie lasen Quran und lernten sogar einige Verse der Sura „Al Tin“ auswendig. Langsam wurde Iman etwas müde und hungrig, ihr Magen knurrte schon wie ein Tiger. Aber es sind ja nur noch 20 Minuten bis zum Abendgebet und dann darf Iman ihr Fasten brechen.

Sie half ihrer Mutter in der Küche bei den Iftar-Zubereitungen und beim Tisch decken, denn sie wollte noch ein paar gute Taten sammeln. Eine lecker duftende Suppe ein paar gefüllte Teigtaschen und auch die Kebabs stehen nun auf dem Tisch. Und einen Obstsalat gibt es auch noch dazu. Zum Schluss stellt Iman noch eine Schale Datteln auf den Tisch, denn sie möchte ihr Fasten mit Datteln brechen, wie der Prophet Muhammad (sas) es getan hat.

Noch wenige Minuten sind es bis zum Iftar. Alle sitzen bereits am Tisch und sprechen ihre Bittgebete. Auch Iman hat ein Bittgebet gelernt. Sie hält ihre Hände zum Dua bereit und flüstert:

„Allahumma laka sumtu, wa bika amantu wa alaika tawakaltu wa ala rizqika aftartu“

Dann ertönt der Adhan. Alle lauschen dem Adhan und brechen dann ihr Fasten mit Datteln und Wasser – „Bissmillah“!

Mama und Papa waren richtig stolz auf Iman, dass sie ihren ersten Tag im Ramadan so gut durchgehalten hat. Zufrieden, aber auch ein wenig erschöpft schläft Iman dann ganz schnell ein, denn das Suhur möchte sie nicht verpassen.

Und am Wochenende geht sie gemeinsam mit ihren Eltern zum Tarawih Gebet – InshaAllah!

Ramadan Mubarak

Liebe Leserinnen und Leser, motiviert eure Kinder, Nichten, Neffen und Enkel an diesem einmaligen Ramadan-Wettbewerb mitzumachen und teilt eure Begeisterung für den Fastenmonat Ramadan mit den Kindern und der restlichen Ummah!

Wa aleikum salam
Euer Radio Uahid Team

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