Ramadangeschichten von Kindern für Kinder – Die Geduld im Ramadan

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Geduld im Ramadan - Eine Ramadangeschichte für Kinder!

Assalamu aleikum und Hallo miteinander
Liebe Geschwister im Islam & am Islam Interessierte

Im Rahmen des Wettbewerbs „Ramadangeschichten von Kindern für Kinder“ veröffentlicht Radio Uahid während dem Fastenmonat kreative und spannende Geschichten, welche Kinder zum Thema Ramadan geschrieben und uns zugeschickt haben.

Liebe Leserinnen und Leser, taucht ein in die Gedanken, die Erlebnisse und die Erfahrungen der Jüngsten unserer Ummah zum schönsten Monat im Jahr. Radio Uahid wünscht euch ein unvergessliches Lesevergnügen!

Heute lesen wir die ganz persönliche Ramadangeschichte von Yasmin (11) aus Emmerthal in Deutschland über die Geduld im Ramadan:

Die Geduld im Ramadan

Eines schönen Morgens zwitscherten die Vögel und sangen ein Lied, das überall zu hören war. Alle waren wach, alle nur die kleine Meyrem nicht. Sie lag noch in ihrem Bett und schlief. ,,Aufstehen, heute ist wieder ein herrlicher Morgen. Du willst doch wohl nicht den ganzen Tag im Bett verbringen, oder?“, fragte ihre Mutter sie und öffnete die Vorhänge vor dem Fenster. ,,Nein Mama, ich stehe schon auf“, antwortete Meyrem noch ganz müde. Sie streckte sich und gähnte noch einmal. Dann stieg sie aus dem Bett, zog sich an, wusch ihr Gesicht und putzte ihre Zähne.

„Jetzt werde ich wie ein schnelles Flugzeug in die Küche rennen“, rief Meyrem und raste in die Küche, wo ihre Mutter bereits den Frühstückstisch gedeckt hatte. Sie setzte sich schnell auf einen Stuhl und fing an zu essen. ,,Meyrem, ich und dein Vater werden morgen fasten.“ Meyrem dachte kurz nach und fragte: ,,Warum denn?“ ,,Na, weil morgen doch der erste Tag im Ramadan ist“, lächelte die Mutter sie an. ,,Ja, Ramadan ist wieder da!“, rief Meyrem. Sie sprang vom Stuhl und tanzte um ihre Mutter herum. ,,Ja Ramadan ist wieder da und deswegen wollte ich dich fragen, ob du dann mit mir und deinem Vater fasten möchtest. Willst du?“, fragte ihre Mama sie. ,,Gerne, das erste Mal werde ich in meinem Leben fasten. Hoffentlich vergeht dieser Tag schnell“, hoffte Meyrem.

Wirklich! Dieser Tag verging sehr schnell. Ihr Vater kam bald von der Arbeit, dann aßen sie zusammen Abendbrot und die Mutter erzählte dem Vater, dass Meyrem mitfasten würde. Nach dem Essen war für Meyrem Schlafenszeit. Sie träumte davon wie der Tag beim Fasten aussehen würde.

Als es 3 Uhr war, kam ihre Mutter in ihr Zimmer um sie zu wecken. Sie schüttelte Meyrem leicht und flüsterte: ,,Aufstehen. Sahur, jetzt essen wir.“ ,,Ich will noch schlafen, warum so früh aufstehen?“, fragte Meyrem noch halb verschlafen. Die Mutter drohte: ,,Wenn du jetzt nicht aufstehst, hole ich ein Glas Wasser und schütte es in dein Gesicht.“ ,,Nicht nötig, ich bin schon wach, komm wir gehen in die Küche um zu essen“, erwiderte sie. Ihrer Mutter sagte nur: ,,Dann mal los, Papa wartet“. Sie gingen die Treppe runter und in die Küche. Meyrem schaute auf den Tisch, es gab viel zu essen. ,,Na endlich bist du auch aufgewacht“, sagte der Vater zu Meyrem. ,,Ja also Mama wollte… mich mit Wasser wecken, da bin ich einfach aufgestanden“, lächelte Meyrem. Ihr Papa lachte nur.

Dann fingen die Eltern an zu essen. Meyrem aß nur einen Apfel und eine Weintraube, dazu trank sie ein Glas Wasser. Fertig. ,,Iß ein vernünftiges Brot. Mit dem Obst und dem kleinen Glas Wasser, kannst du den Tag ohne Essen nicht überstehen“, warnte der Vater sie. ,,Doch doch, das geht!“, meinte Meyrem. Später als alle fertig waren, beteten sie gemeinsam. Meyrem ging wieder schlafen, ihre Eltern blieben aber noch lange wach.

Als für Meyrem wieder “Aufstehzeit“ war, hatte sie riesen Durst. Sie wollte etwas trinken, doch da kam die Mutter herein. „Meyrem du fastest“, sagte sie streng. „Ach, hätte ich fast vergessen!“, antwortete Meyrem.

„Wir gehen heute InschaAllah in den Zoo!!!“, rief ihr Papa plötzlich. „Ja“, schrie Meyrem. Schnell zog ihre Mutter sich ihr Kopftuch über und bald darauf fuhren sie mit dem Auto los. Als sie ankamen, stieg Meyrem als erste aus. Die Eltern bezahlten den Eintritt und gingen als Familie in den Zoo. „Oh, Oh, Oh, als erstes zu den Robben“, meinte Meyrem ganz aufgeregt. Ihre Eltern nickten. „Schaut mal, da kommt eine Robbe“, rief die Mutter. „Ich sehe sie auch, guck da“, sagte der Vater zu Meyrem. „Wo denn? Ich sehe sie nicht… ach da, ja ich sehe sie“, rief Meyrem laut. Auf einmal fragte ein Tierpfleger sie: ,,Möchtest du die Robben mit den Fischen hier füttern?“ „Gerne, darf ich Mama, darf ich Papa?“, fragte Meyrem ihre Eltern. „Na gut“, sagten sie im Chor. Als der Tierpfleger ihr den Fisch gab, bekam Meyrem vom Duft des Fisches Hunger. „Oh, habe ich einen Hunger!“, murmelte sie vor sich hin. Dann warf sie den Fisch. Die Robbe sprang hoch, machte einen Salto, schnappte ihn sich und verschlang ihn. Alle klatschten begeistert. Danach bedankte sich Meyrem.

„Wohin denn jetzt kleine Dame?“, fragte der Vater sie. „Nach Hause wäre mir lieber, mir geht’s nicht gut. Ich habe große Bauchschmerzen!“, jammerte Meyrem. „Das liegt sicher daran, dass du heute Morgen viel zu wenig gegessen hast“, meinte der Vater. „Wenn es dir wirklich sooo schlecht geht, dann fahren wir wieder“, meinte die Mutter. „Ja“, sagte Meyrem. „Naja“, seufzte ihr Vater. Also fuhren sie nach Hause.

Dort sagte der Vater aufmunternd: „Guck, es sind nur noch 2 Stunden zum Iftar.“ „Du kannst etwas im Fernsehen gucken, dann vergisst du deine Bauchschmerzen“, meinte die Mutter. „Wir können es mal versuchen“, sagte Meyrem. Die Mutter schaltete den Fernseher an. Meyrem guckte einen lustigen Film, wobei sie ihre Bauchschmerzen vergaß.

In der Zwischenzeit unterhielten sich die Eltern in der Küche. Der Vater sagte: „Sie kann auch aufhören, wenn es für sie zu anstrengend ist. „Die Mutter dachte nach und sagte schließlich: „Wir können auch sagen, dass wenn sie es geschafft hat, dass sie Süßigkeiten bekommt. So könnten wir ihr einen Süßigkeitenteller machen.“ „Gute Idee“, stimmte der Vater ihr zu. Gleich gingen sie zu Meyrem. „Meyrem“, sagte die Mutter, „wenn du noch diese 1 Stunde durchhälst zu fasten, dann bekommst du auch…einen leckeren, tollen Süßigkeitenteller!“ „Ja dann bemühe ich mich, dass noch durchzuhalten“, sagte Meyrem aufgeregt. Die ganze Zeit über dachte Meyrem an den Süßigkeitenteller. Ob es Schokolade, Bonbons oder Eis geben würde? Bis zum Iftar waren es jetzt nur noch 30 Minuten. Solange deckte die Familie den Tisch. Danach ging der Vater heimlich, um den Teller vorzubereiten. Meyrem merkte gar nichts.

„Meyrem“, riefen Mama und Papa im Chor und schoben hinterher, „Iftarzeit also Essenszeit!“ „Endlich!!!“, rief Meyrem in voller Freude. Alle setzten sich nach dem Beten an den Tisch, machten noch ein Bittgebet und nahmen sich eine Dattel. „Mmmh lecker, ich esse heute alles, was hier auf diesem Tisch ist!“, meinte Meyrem. „Das ist aber schade, denn dann kannst denn Süßigkeitenteller gar nicht mehr essen“, lachte die Mutter lieb. „Ach genau“, fiel es Meyrem ein. Sie fragte: „Wo ist er? Ich will ihn jetzt, bitte!“ „Hier ist er“, sagte der Vater und brachte ihn herein. Gleich nahm sie sich einen Bonbon. „Oh, danke!“, bedankte sie sich bei ihren Eltern. Meyrem umarmte sie. Da sagte die Mutter: „Was du geschafft hast, ist noch viel besser und schöner als dein Süßigkeitenteller, denn so zeigt es uns, dass du sehr geduldig sein kannst und dass Allah dir dabei geholfen hat.“
„Du hast du recht Mama“, sagte sie.

Sie betete zu Allah: „Oh Allah, danke dass du mir bei meinem ersten Fasten geholfen hast. Jetzt habe ich ein ganz schönes Gefühl und ich bin auch stolz, dass ich es mit deiner Hilfe endlich geschafft habe. InschaAllah schaffe ich es morgen, sowie heute, mit deiner Hilfe auch. Vielen Dank Allah. Amin. Schnell fragte Meyrem ihre Mutter: „Mama, kannst du mich morgen zum Fasten wieder wecken? Ich habe jetzt auch verstanden, dass ich etwas Vernünftiges essen muss.“ „Natürlich Meyrem“, sagte ihre Mutter lächelnd. Auch der Vater lächelte. Alle waren froh und glücklich. Sie aßen noch gemeinsam bis sie fertig waren und mit schönen Gefühlen ins Bett gingen.

Liebe Leserinnen und Leser, teilt eure Begeisterung für den Fastenmonat Ramadan mit den Kindern und der restlichen Ummah und verbreitet diese Geschichte, damit sie möglichst viele lesen! BarakAllahu fiikum!

Wa aleikum salam
Euer Radio Uahid Team

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