Ramadan-Freuden: Kurze Tipps für leichtes Fasten von Radio Uahid Bloggerin Léna

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    Ramadan Tipps für das Fasten

    Bald beginnt in sha Allah Ramadan. Wir können es kaum erwarten! Dennoch gibt es hie und da Unsicherheiten bezüglich dem Fasten. Ich habe hier für euch einige Punkte kurz zusammengefasst.

    Fasten – aber wie? Nebst dem Fasten müssen wir „weltlichen“ Pflichten wie Arbeit und Familie nachgehen sowie Zeit zum Schlafen und Ausruhen finden. Die Gebetszeiten in Mittel- und Nordeuropa ziehen sich bis in die späte Nacht hinein und der Morgen kommt schon früh. Das Fasten beträgt im Durchschnitt ca. 18 Stunden am Tag und die Nacht ist sehr kurz. Wie können wir also ein optimales Zeitmanagement erreichen und sinnvoll Prioritäten setzen?

    Erleichterung schafft hier in erster Linie die Gemeinschaft. Gemeinsames Fastenbrechen (Iftar) schafft die beste Atmosphäre im heiligen Monat Ramadan. Von Klein bis Gross übernimmt jeder eine Aufgabe. Kochen, Zubereiten und Essen wird so mit vereinten Kräften ein freudenreiches Erlebnis. Dazu findet ihr später einige Tipps.

    Hunger ist gesund! Beim Fasten schaltet unser Körper auf einen Selbsterhaltungsmodus, bei dem vermehrt Ketonkörper gebildet werden, die auf die eigenen Reserven im Körper zurückgreifen, um bei Hunger und geringer Nahrungsaufnahme eine effiziente Versorgung zu gewährleisten. Durch diesen Prozess werden unter anderem eingelagerte Giftstoffe, die wir uns in unserem Luxus „angefressen“ haben, im Körper wieder aufbereitet und ausgeschieden (siehe auch Ketogene Diät). Diesen Zustand nennt man in der Medizin Ketose, welcher z.B. auch den charakteristischen „fruchtigen“ Mund- und Körpergeruch beim Fastenden verursacht (Quelle: Wikipedia). Kopf- und Bauchschmerzen, Schwindel und Ermüdung sind häufige Symptome, da die Körperfunktionen reduziert werden.

    Sommerhitze. Die körperliche Betätigung kann das Fasten zusätzlich erschweren, besonders bei Arbeiten im Freien wird man schnell durstig und erschöpft. Es wäre daher ratsam, anfangs Ramadan unbedingt eine Woche Ferien einzuplanen. Wir haben in Mittel- und Nordeuropa keine heissen Sommer, aber die Luftfeuchtigkeit liegt tagsüber bei schönem Wetter bei ca. 40%, was einen gefühlten Temperaturanstieg bedeutet; die schwüle Luft wird wärmer empfunden, als sie tatsächlich ist. Wir haben hier also im Hochsommer schon mal imaginäre 40-45°C. Also, viel trinken!

    Gebetszeiten. Die Zeitabstände zwischen Maghrib – Ishaa – Fajr betragen wenige Stunden und dann folgen noch ein paar Stunden Schlaf, bis man die Kinder wecken, zur Schule oder zur Arbeit muss. Für Suhr rechnet man noch etwa eine Stunde. Insgesamt kommt man dann auf gut 5 Stunden Schlaf. Falls immer möglich, ist es Sunnah, nach Dhuhr ein Nickerchen zu machen, oder möglich ist auch zwischen Asr und Maghrib, wenn man tagsüber nicht kann. Nur (!) im Ausnahmefall kann man Ishaa zu Maghrib vorlegen um eine Erleichterung zu schaffen.

    Kochgenuss. Das Fastenbrechen nach einem langen Fastentag ist geknüpft an Dankbarkeit für die Versorgung Allahs swt. Es ist eine Zeremonie, bei dem wir die Gaben Allahs swt mehr wertschätzen und uns stärker bewusst werden, wie abhängig wir sind. Wir bereiten das Essen sorgfältiger vor und richten es liebevoll an, damit das Iftar dieses Gefühl der Demut wiedergibt. Um auch unserem Bauch etwas Gutes zu tun, habe ich für euch einige Tipps zusammengetragen:

    • Datteln nicht vergessen!
    • Honig anstatt Zucker, Gewürze anstatt Salz, fettige Speisen vermeiden.
    • Kräutertees: Entgiften und säubern das Verdauungssystem.
    • Naturjoghurt unbehandelt: Natürliche Bakterien päppeln unseren Darm auf, verhindern Gärung und beseitigen Gase.
    • Obst und Säfte: Versorgen unseren Organismus mit Vitaminen und natürlichem Fruchtzucker.
    • Gemüse, Gemüsebrühe und Suppen: Um unsere Verdauung nach einem Fastentag nicht zu überlasten, eignen sich Gemüsesuppen oder gedämpftes Gemüse als leichte und nahrhafte Kost und deckt so auch den Salzbedarf ab.
    • Getreideprodukte, Hülsenfrüchte, Reis, Teigwaren, Eier usw.: In ausgewogenen Mengen versorgen sie den Körper mit nötigen Fetten, Eiweiss, Kohlenhydraten und Ballaststoffen. Weizenprodukte (ausser Vollkorn) und Maisprodukte vermeiden.
    • Fisch statt Fleisch: Der Bedarf an „fleischlichen“ Nährstoffen ist gering, daher empfehlen sich häufiger Fisch und Meeresfrüchte. Mageres Fleisch reicht 1 – 3 Mal wöchentlich aus.
    • Milchprodukte: Nur selten oder wenn man Lust auf ein Glas kalte Milch hat. Da der Körper während dem Fasten aufgrund der Entgiftung „sauer“ wird, sollte die Übersäuerung nicht durch Milchprodukte gefördert werden.

    Weniger ist mehr. In diesem Sinne ist viel wichtiger, was man isst statt wieviel davon. Es ist erstaunlich, wie wenig Nahrung wir benötigen, vorausgesetzt es ist reich an Nährstoffen und liefert unserem Körper die nötige Energie. Viel Flüssigkeit ist das Wichtigste, denn es ist der entscheidende Energieträger für den Tag des Fastenden. Daher sollte man Speisen meiden, die dem Körper Wasser entziehen. Ich bevorzuge herzhafte Suppen und Eintopf, da sie schon viel Flüssigkeit enthalten. Gekochtes kann zudem besser verdaut werden als Rohkost. An Wochenenden und freien Tagen kann man mehr Zeit für das Kochen investieren, in grossen Mengen vorkochen und allenfalls einen Teil einfrieren. Für die anderen Tage bieten sich einfachere und schnell zubereitete Rezepte an, aber bitte kein Fastfood! Auch das Einfrieren von frischen Zutaten kann Zeit sparen; einfach rüsten und vorab in den Tiefkühler. Auf http://myhalalkitchen.com/ gibt es zudem zahlreiche Ideen für Ramadan-Rezepte.

    Euch allen einen erfolgreichen Ramadan in sha Allah!

    Eure Schwester Léna
    Radio Uahid Bloggerin

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    3 KOMMENTARE

    1. MashaAllah. Danke für die Tipps/Hinweise. Möge Allah dich bzw. alle Muslime segnen, die Sünden vergeben und bis Jannah al Firdaus rechtleiten, amin.

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