Eine Razzia hautnah miterleben – Gastbeitrag

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Eine Razzia hautnah miterleben

Assalamu aleikum und hallo miteinander
Liebe Geschwister, liebe Leserinnen und Leser unseres Newsblogs

Die aktuellen Geschehnisse in der Welt treffen wohl keine andere Gemeinschaft so stark wie die muslimische Community. Nicht nur in den krisengeschüttelten Heimatstaaten vieler Muslime sind staatliche und gesellschaftliche Repressalien an der Tagesordnung, sondern gerade im Nachgang an die Anschläge in Paris geraten die Muslime auch in Europa vermehrt unter Druck. So gab es in alleine in Frankreich bis zum heutigen Tag über 2000 Razzien gegen muslimische Mitbürger. Dabei werden ganze Wohnungen, Geschäfte und Moscheen demoliert und die betroffenen, oft unschuldigen Menschen physisch und psychisch eingeschüchtert.

Ähnliche Meldungen, wenn auch deutlich geringer in ihrer Anzahl, sind aus Deutschland zu hören. So hat uns Schwester Yasmine aus Berlin ihren persönlichen Erlebnisbericht zukommen lassen, in dem sie festhält, was sie vergangenen November als Zeugin und Betroffene bei einer Moschee-Razzia in Berlin erlebt hat. Sie setzt sich öffentlich gegen Polizeigewalt bzw. gegen Repressalien ein und engagiert sich dafür, dass Muslime nicht mehr diskriminiert und schikaniert werden und nicht ständig unter Generalverdacht stehen, potentielle Terroristen zu sein.

Das Team von Radio Uahid möchte euch, liebe Leserinnen und Leser, nun einladen, die bewegenden Worte über ihr Erlebnis zu lesen:

Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Barmherzigen

Am Donnerstag, 26.11.2015, um kurz nach 15 h war in der Seitunamoschee in Berlin, in der ich mich zu dem Zeitpunkt befand, eine großangelegte Razzia des SEK (Sondereinsatzkommando) von 3 h mit 2 Suchhunden. Ich war selber dabei und bin Zeugin. Nachdem sie halbvermummt mit Maschinengewehren auch zu mir kamen und mich grundlos abführen wollten, leistete ich Widerstand und bestand darauf, zu wissen, warum diese ganze Aktion stattfindet. Da man mir dies nicht sagen wollte, wurde mir Gewalt angedroht, anschließend von 2 Einsatzbeamten beide Arme nach hinten abgeknickt und ich an Metallhandschellen gefesselt. Auf dem Weg zum Ausgang der Moschee riß man mir mein Kopftuch vom Kopf und meine Untermütze. Ich bestand auf mein Recht, daß sie es mir wieder aufsetzten. Alle Muslime, die sich in der Moschee befanden, wurden verhaftet und in 2 Polizeibusse vor der Tür abgeführt.
Wir hatten alle striktes Redeverbot untereinander und wurden noch nicht mal verhört, sondern nur unsere Personalien aufgenommen, und nach 1,5 h Warten im offenen kalten Polizeibus ohne Winterjacke vor der Seitunamoschee wieder freigelassen. Ein Glaubensbruder mußte barfuß draußen in der Kälte laufen.
Am Ende hat man nichts gefunden und das Ganze war wie immer mal wieder eine Schikane gegen Muslime. Von den Handschellen schmerzen mir jetzt die Handgelenke und die Arme von der gewaltsamen Festnahme. 
In der Moschee wurden 5-6 Türen gewaltsam zerstört bei der Durchsuchung.
Die Suche nach einem silbernen Koffer, in der sich lediglich eine Wurst befand, war Anlass dieser Aktion, die mit 2 Suchhunden durchgeführt wurde, was eine vollkommen Mißachtung des islamischen Glaubens ist, das Reinheitsprinzip, da Hunde im geschlossenen Räumen verboten sind (Ihr Speichelausfluß verursacht Verunreinigung).
Die Polizei hat sich im Nachhinein entschuldigt für diese Aktion.“
Möge Allah uns alle für unserer Bemühungen mit dem Besten im Jensseits und im Diesseits belohnen, unsere Herzen in Seiner Religion vereinen und unsere Ummah stärken, amin!

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