Aisha als junge Ehefrau – Beitrag von Radio Uahid Bloggerin Léna

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    1892
    Aisha als junge Ehefrau

    Im Namen Allahs, des Allerbarmers und des Barmherzigen. Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten und aller Geschöpfe.

    Anmerkung: Die Segenswünsche für den Propheten (salla Allahu aleyhi wa sallam) und Aisha (radiAllahu anha) sind im Text nicht einzeln aufgeführt.

    „Mohammed hat ein Mädchen geheiratet!“, empören sich Nichtmuslime über die Ehe unseres Propheten mit Aisha. Und man hört noch viel unschönere Dinge. Nun, was sie nicht wissen: Aisha blühte als schönste Blume zu einer der grössten Gelehrten im Islam auf, ist Mutter aller Gläubigen und Vorbild für jede muslimische Frau. Konnte das etwa unter Zwang und Grausamkeit geschehen? Wäre Aisha nach dem Tod ihres Ehemannes und Gesandten Allahs ihm und dem Islam weiterhin treu geblieben? Wäre sie Ratgeberin und eine der ehrenhaftesten Frauen ihrer Zeit geworden, wenn nicht aus Liebe zu Allah und Seinem Gesandten? Hat sie die innigen Momente ihrer Ehe etwa nicht anmutig und tugendhaft überliefert?

    Ein Muslim würde es nie wagen, die Ehe zwischen Aisha und dem Gesandten Allahs zu verunglimpfen. Obszöne Gedanken und vulgäre Worte sind deshalb Krankheiten, die nur Leute mit üblem Herzen befallen und sie kränken weniger die muslimische Würde, als dass sie ihre eigenen Seelen mit Ungerechtigkeit verbittern. Aisha war stets frei zu entscheiden, wie sie ihr Leben gestalten wollte, denn keine muslimische Frau darf gegen ihren Willen heiraten oder verheiratet bleiben und muss kein Unrecht über sich ergehen lassen. Das lehrt der Islam. Hätte Aisha unter Drohung, Zwang und Gewalt gelitten, wäre sie nicht die bedeutsame und hochgeachtete Gelehrte im Islam geworden, die den islamischen Glauben grundlegend prägt.

    Deshalb und auch wegen der damaligen Heiratskultur ist es schlichtweg irrelevant, dass sie jung war und ein Altersunterschied bestand. Damals waren Ehen zwischen befreundeten Stämmen und Familien nicht ungewöhnlich und auch die Verheiratung junger Mädchen mit Männern war keineswegs atypisch. Es ist gravierend fahrlässig, Missbrauch und Schändlichkeit plump da rein zu deuten und hat bloss mit persönlichem Argwohn und Unwissen zu tun.

    Im Gegensatz zu anderen zeitgenössischen Traditionen konnte sich Aisha stets gegen die Heirat aussprechen, hätte jederzeit die Scheidung verlangen können und war nie ein „Besitz“ ihres Vaters oder Ehemannes, welcher beliebig rumgereicht und vererbt werden konnte oder beim Tod ihres Gatten auch sterben und sich durch Hinrichtung zu ihm gesellen musste. Ebenfalls wurde ihr Vermögen und Einkommen nicht rechtmässiges Eigentum des Ehemannes, der als Vormund uneingeschränkt darüber verfügt hätte und auch verlor sie nicht ihre Mündigkeit sowie Entscheidungs- und Einspruchsrechte, wie es noch bis ins 20. Jahrhundert in der verwestlichten Gesellschaft üblich war. Wen verwundert es dann noch, dass muslimische Frauen keiner von der Moderne auferlegten Emanzipation bedürfen, um ihre Rechte geltend zu machen, weil Allah ihre Selbstbestimmung über Tausend Jahre zuvor längst eingeräumt und ihre Stellung als Frau wieder berichtigt und aufgewertet hat.

    Das Leben Aishas mit dem Propheten Muhammad zeigt eine völlig normale Ehe zwischen Mann und Frau in Liebe, Vertrautheit, Freude, Akzeptanz und Güte mit all den kleinen Dingen, den alltäglichen Sorgen und auch unterschiedlichen Meinungen. Es lässt keinen Raum für Verunglimpfung und niederträchtiges Gedankengut, möge Allah uns davor schützen und die Ungerechten rechtleiten. Amin.

    Eine kleine Auswahl an Ahadith  die Ehe zwischen Aisha und Muhammad authentisch wieder:

    Der Prophet half im Haushalt:
    Aswad ibn Yazid erzählte, man habe Aischa gefragt: „Was hat der Gesandte Allahs normalerweise getan, wenn er zu Hause war?“ Sie entgegnete: „Er war stets damit beschäftigt, den Bewohnern seines Hauses zu dienen (und zu helfen), und wenn die Zeit zum Gebet kam, ging er deswegen hinaus.“ (Bukhari)

    Der Prophet zeigte Wertschätzung:
    Aischa erzählte: „Als sie während ihrer Menstruation Wasser aus einem Krug trank, nahm der Prophet den Krug und suchte die Stelle, wo ihre Lippen den Krug berührt hatten, um von derselben Stelle zu trinken.“ (Muslim, Abu Dawud)

    Der Prophet liebte die Fürsorge:
    Aischa berichtete: „Der Gesandte Allahs streckte manchmal seinen Kopf zu mir (in die Wohnung) herein, während er sich nebenan in der Moschee aufhielt, und ich konnte sein Haar kämmen. Wenn er sich dorthin zurückzog, betrat er die Wohnung nur, wenn es notwendig war.“ (Bukhari, Muslim)

    Aischa berichtete:
    „Ich pflegte den Propheten mit dem besten Parfüm so zu parfümieren, dass ich manchmal den Glanz des Parfüms auf seinem Kopf und in seinem Bart sehen konnte.“ (Bukhari)

    Der Prophet war aufmerksam:
    Aischa berichtete: „Der Gesandte Allahs sagte zu mir: »Ich weiss doch genau, wann du mit mir zufrieden bist, und wann du mit mir unzufrieden bist!« Ich erwiderte: »Und wie kannst du dies feststellen?« Da entgegnete er: »Wenn du mit mir zufrieden bist, sagst du: Nein, beim Herrn des Muhammad! – Und wenn du über mich verärgert bist, sagst du: Nein, beim Herrn des Ibrahim.« Ich sagte zu ihm: »Das stimmt! Bei Allah, O Gesandter Allahs, ich vermied dabei nichts anderes als deinen Namen auszusprechen!«“ (Bukhari)

    Der Prophet war rücksichtsvoll:
    Aischa berichtete: „Ich nahm gewöhnlich die Gesamtwaschung (Ghusl) zusammen mit dem Propheten vor und wir beide bedienten uns eines einzigen Wasserbehälters, in dem unsere Hände wechselweise eintrafen.“ (Bukhari)

    Aischa berichtete: „Der Gesandte Allahs stützte sich manchmal in meinem Schoss und rezitierte den Qur’an, während ich meine Monatsregel hatte.“ (Bukhari)

    Der Prophet starb in Aishas Armen:
    Aischa berichtete: „Der Gesandte Allahs hielt in seiner Hand ein Wassergefäss, führte seine Hand ins Wasser, rieb damit sein Gesicht und sagte: „La ilaha illa Allah! Wahrlich, mit dem Tod treten Benommenheitsphasen auf.“ Darauf streckte er seine Hand nach oben und sagte: „Zu der Gegenwart des Allerhöchsten!“ In dieser Stellung starb er, und seine Hand neigte sich nach unten.“  (Bukhari, Nr. 6510)

    BarakAllahu feekum
    Eure Schwester Léna

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